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connectline-News

31.03.2010

Ministerien treiben IPv6-Einführung voran

IPv6_01_04_2010

Frischer Wind in den Segeln des designierten Internetprotokolls IPv6 (1) kommt von unerwarteter Stelle: In einer gemeinsamen Aktion sprachen sich das Ministerium für Gesundheit und das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für die Nutzung des Nachfolgers von IPv4 für die Kennzeichnung von gesunden und in Deutschland hergestellten Lebensmitteln aus.(2)

Wie ein Sprecher des BELMV am 01.04.2010 bestätigte, wolle man so zum einen die bereits bei Tieren üblichen Viehmarken auf die kontaktlos und elektronisch fernauslesbaren RFID-Tags umstellen und zum anderen das Verfahren auch auf alle anderen Lebensmittel aus der Landwirtschaft erweitern. Dies würde Transparenz für Erzeuger, Händler und Kunden schaffen, da jeder Landwirt ein eigenes IPv6-Netz von der RIR (Regional Internet Registry) zugewiesen bekäme und damit für alle gleichermaßen eindeutig identifizierbar sei.
Vor allem große Erzeugergemeinschaften könnten damit ihre Bestände besser verwalten. So sieht der Standard die eigenständige Vergabe von Subnetzen durch die Höfe vor, was völlig neue Möglichkeiten der Kontrolle über die Viehbestände ermögliche. So würden z.B. verhindert, dass sich Tierbestände durch die gemeinsame Haltung auf einer Weide vermischen, da die Lesegeräte im Türbereich der Koppel warnen, wenn die Kuh aus einem anderen Netzsegment stamme und mit anderen von der Weide getrieben würde.

Aber auch das Gesundheitministerium befürwortete den Vorstoss, da sich so ein "gesundes Kaufverhalten" der Kassenpatienten stimulieren lasse, was sich langfristig in sinkenden Ausgaben für die gebeutelten Versicherungen äußern sollte.
Würden Supermärkte und Kühlschränke mit entsprechenden Lesegeräten ausgestattet, könnten die Krankenkassen Bonuspunkte für gesunde Ernährung vergeben, vorausgesetzt die gesunden Lebensmittel würden nicht überlagert sondern frisch verzehrt. Zu den Fragen, wie diese Lesegeräte finanziert werden oder wann die Umsetzung vonstatten gehen soll, gab es bisher aus dem Bundesgesundheitsministerium keine Antwort, jedoch dürfte ein derartiges Verfahren die Datenschützer auf den Plan rufen. Zudem wird ein dermaßen verschwenderischer Umgang mit IPv6-Adressen als "Wegwerfprodukt" auch binnen kurzer Zeit den gigantischen Vorrat von 4.294.967.296 möglichen Adressen zusammenschmelzen lassen.

Sollte dieser Vorstoß der Bundesministerien dennoch zu einer schnellen Umstellung von IPv4 auf IPv6 führen, sieht sich connectline den Herausforderungen gut gewachsen und kann auf seine Erfahrungen auf diesem Gebiet zurückblicken.

 

1) Artikel in Wikipedia zu IPv6

2) Pressemitteilung des BELMV

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